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Zum Jahreswechsel 2015

Geschätzte Jagdkameradinnen und Jagdkameraden

Extreme Jagdgegner fühlen sich im Aufwind. Eine kleine, aber im Internet sehr aktive Gruppe wird nicht müde ihre Botschaften zu verkünden. Initiativen zur Einschränkung oder Abschaffung der freien Jagd sind der Versuch, die Bevölkerung für ihre Ideen zu gewinnen. Mit der Wahrheit gehen sie sehr flexibel um, wichtiger ist die Verbreitung von Dogmen und die bewusste Pflege von Vorurteilen. Unter dem Deckmantel „Tierschutz“ wird die Jagd als Brutstätte des Terrors bezeichnet, JagdSchweiz als eine Organisation schlimmer als die Mafia dargestellt und der Tod von Jägern bejubelt. Die Beiträge in den Antijagdforen und den Internetbeiträgen von Antijagdgruppen sind nicht nur für alle Jäger und Jägerinnen eine Diffamierung, sondern auch für die seriös arbeitenden Tierschutzorganisationen. Im Grunde geht es um die Frage: steht der Mensch über der Natur oder ist er Teil davon?

Nach meiner Meinung ist die Antwort klar: Der Mensch ist Teil der Natur. Er nutzt sie, wie alle Tiere und Pflanzen zu Lande und zu Wasser, um seine Existenz zu erhalten. Und damit auch zukünftige Generationen überleben können, ist es seine Pflicht zur Natur, zu Flora und Fauna Sorge zu tragen und sie mit grossem Respekt und Bedacht zu nutzen. Auch extreme Jagdgegner leben von der Natur, sei es mit Fleisch oder als Veganer. Wer die Jagd von Raubtieren und den oft qualvollen Tod ihrer Beute als natürliches Ereignis ausdrücklich bejaht, dagegen aber den Abschuss eines Wildtieres als widernatürliche Handlung von Jägern verurteilt, hat eine einseitig geprägte Werthaltung. Jagd, ausgeübt mit Respekt vor der Schöpfung und unter Einhaltung jagdethischer Grundsätze, ist eine vertretbare und in vielen Gebieten sogar notwendige Nutzung natürlicher Ressourcen. Und oft ist sie auch notwendig, um anderen wildlebenden Populationen eine angemessene Chance zum überleben zu bieten oder als Beitrag um Feld und Wald vor Schäden zu schützen.

Die direkte Bekämpfung der extremen Jagdgegner wird wenig zielführend sein. Dort wo sie mit Verleumdungen oder Bedrohungen überborden, ist es Sache des Staates und der Gerichte dem gesetzeswidrigen Treiben ein Ende zu setzen. Wir Jägerinnen und Jäger müssen uns an die Mehrheit der Bevölkerung, welche die Jagd grundsätzlich akzeptiert, wenden. Es gilt der nichtjagenden Bevölkerung den Nutzen der Freiwilligenarbeit der Jäger und ihrer Jagdausübung zu erklären. Und dies immer wieder und bei jeder Gelegenheit! Und vergessen wir nicht die Jugend. Im KikNet stehen zahlreiche Unterlagen zu Natur, Wild und Jagd bereit, die für die Arbeit mit Jugendlichen zur Verfügung stehen. Jede Jägerin und jeder Jäger ist gefordert, nicht nur Heute auch Morgen! Die Pflicht ist nie getan, sie beginnt jeden Tag von Neuem!

Ich wünsche Ihnen und ihren Angehörigen für die kommenden Festtage frohe und erholsame Festtage im Kreise der Familie, mit Freunden und Bekannten. Zum neuen Jahr wünsche ich Ihnen Zuversicht, gute Gesundheit, eine grosse Portion Gelassenheit, reichlich Anblick und ein kräftiges Weidmanns Heil!

Hanspeter Egli
Präsident JagdSchweiz