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Hegepreis 2014

Hegepreis 2014 geht an Jagdgesellschaft Pardiel, Bad Ragaz

Bei seiner dritten Austragung konnte die Jury des Hegepreises von JagdSchweiz aus sieben hochstehenden Naturschutzprojekten die besten auswählen. Das diesjährige Siegerprojekt kommt von der Jagdgesellschaft Pardiel, Bad Ragaz (SG) und ist ein Paradebeispiel für ein gesamtheitliches und nachhaltiges Hegesystem im ganzen Revier. Mit dem Hegepreis zeichnet die Dachorganisation der Schweizer Jäger jährlich die besten und innovativsten Projekte zugunsten der Vielfalt von Lebensräumen und Arten aus.

Anfang Jahr forderte JagdSchweiz die rund 30‘000 Schweizer Jägerinnen und Jäger auf, ihre Naturschutzprojekte für den dritten Hegepreis einzureichen. Projekte zugunsten der Natur und Umwelt sind wichtiger Bestandteil der Jagd. Bis Ende Mai wurden 7 Dossiers aus allen Landesteilen an die Jury übermittelt und zeigen erneut die ganze Breite des jagdlichen Engagements zugunsten der Natur.

Der erste Preis über 5‘000 Franken - gestiftet durch den Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) - geht an das Projekt „Arnika“ von der Jagdgesellschaft Pardiel (Bad Ragaz, SG). Das Gesamtprojekt „Arnika“ befasst sich mit dem Lebensraum Pardiel und setzt sich zusammen aus den Teilprojekten „Obstbäume“, „Schneisen“ und „Ökowiesen“. Alle Teilprojekte werden alljährlich systematisch bearbeitet, so auch im Jahr 2013. Damit werden die verfügbaren Ressourcen (Arbeitskräfte, finanzielle Mittel) effizient eingesetzt und eine nachhaltige Entwicklung angestrebt. Im Teilprojekt „Obstbäume“ sind gut zwanzig Apfelbäume, mehrheitlich der seltenen Sorte Speierling, gepflanzt worden; sie werden alljährlich fachmännisch beschnitten und vor dem Weidevieh geschützt. Im Teilprojekt „Schneisen“ geht es darum, durch Mähen und Ausholzen ausgesuchter Waldflächen das Äsungsangebot für das Schalenwild zu verbessern, das Aufkommen von Sträuchern zu fördern und gleichzeitig die Voraussetzung für eine sichere Bejagung zu schaffen. Das Teilprojekt „Ökowiesen“ beinhaltet das jährliche Mähen von nicht mehr genutzten Bergwiesen zum Schutz vor Verbuschung und Vergandung. Nutzniesser sind selten gewordene Pflanzenarten wie Orchideen-Arten und Gräser.

Der zweite Preis über 3‘000 Franken geht an das Projekt „Wildwarnanlage Pontresina“ des Jägervereins Seczium da chatscheders Albris (GR). Eine Stelle der vielbefahrenen Umfahrungstrasse von Pontresina war bis anhin auch eine der unfallträchtigsten in Sachen Wildunfälle. Der Jägerverein hat auf einer Länge von 600 Metern eine schweizweit einzigartige Wildwarnanlage realisiert. Mit Hilfe von Sensoren wird erfasst ob sich Wild in der Nähe der Strasse befindet. Ist ein Wildstück nahe am Strassenrand, werden für kurze Zeit die Verkehrssignale "Wildwechsel" und "Höchstgeschwindigkeit 40 km/h" eingeschaltet. Die Wanderung kann nicht verhindert, jedoch die Strassenverkehrsteilnehmer frühzeitig gewarnt werden, damit sie ihre Geschwindigkeit reduzieren, wenn das Wild die Strasse überquert. Dank der Anlage konnte die Zahl der Unfälle massiv verringert werden.

Der dritte Preis über 2‘000 Franken geht an das Projekt „Recupero Habitat Fagiano di monte“ der Società Cacciatori Claro e dintroni aus Claro (TI). Die Jagdgesellschaft hat mit viel Einsatz extrem verbuschte Zonen auf Alpweiden oberhalb von Claro von Unholz gesäubert und eine Lebensraumaufwertung für den Auerhahn und weitere Wildtiere (Reh, Hirsch, Wildschwein, Hase) erreicht. Viele Pflanzenarten, Blumen, Pilze, Heidelbeeren und andere wilde Sträucher haben sich wieder angesiedelt.

Der Anerkennungspreis der Jury über 1‘000 Franken wird dem Projekt „Koordination, Kanalisierung Bikerverkehr“ des Hegerings Durachtal aus Merishausen (SH) verliehen. Mittels einer beispielhaften Informations- und Sensibilisierungskampagne mit informativen Plakaten werden Biker und andere Sporttreibende für den gezielten Schutz der Wildtiere sensibilisiert und informiert. Speziell geht es darum den Bikerverkehr im Wald zu koordinieren und zu kanalisieren, sprich gewisse Trails in sensiblen Gebieten zu meiden.

Die Besucher der Webseite JagdSchweiz (www.jagdschweiz.ch) konnten die eingereichten Projekte im Internet beurteilen und ihre Stimme für den Publikumspreis abgeben. Der Publikumspreis in der Höhe von 1‘500 Franken wird erneut gestiftet durch das Montatsmagazin „Schweizer Jäger“. Er geht an das Hegeprojekt „Wildwarnanlage“ des Jägervereins Seczium da chatscheders Albris (GR). Dieses Projekt reduziert erfolgreich die Anzahl Wildunfälle auf der vielbefahrenen Umfahrungsstrasse von Pontresina.

Die Jury bestehend aus Mirjam Ballmer, pro natura; Patrick Durand, Direktor ECOTEC environnement SA; Pierre Mollet, dipl. Biologe, Vogelwarte Sempach; Ferrucio Albertoni, Redaktor „La Caccia“ sowie Hanspeter Egli, Präsident JagdSchweiz, beurteilte die Projekte nach den Kriterien: Initiative und Beitrag der Jäger, Grösse und Dauer, Auswirkungen auf die Wildtiere, Beteiligung der Öffentlichkeit und Öffentlichkeitsarbeit. Die Gewinner sind verpflichtet, das Preisgeld für die Weiterführung oder Weiterentwicklung des Projektes zu verwenden.

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