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Stellungnahmen

Stellungnahme zum Konzept Biber

JagdSchweiz hat Gelegenheit erhalten, am neuen Biberkonzept mitzuarbeiten und entsprechend zum Entwurf Stellung zu nehmen.

JagdSchweiz unternimmt zahlreiche Anstrengungen, um die Artenvielfalt und die Biodiversität in der Schweiz heute und auch in Zukunft zu gewährleisten. Der Biber ist als Teil der Schweizer Tierpopulation anzuerkennen, sofern er frei einwandert und seine Lebensräume auf natürliche Weise wiederbesiedelt. Durch die dichte Besiedelung der Schweiz und die landwirtschaftliche Nutzung kommt es immer wieder zu Zwischenfällen mit dem Biber. Dies muss akzeptiert werden, sofern man einen «freien» Biber in der Schweiz haben will.

Der Biber kam in der Vergangenheit in der Schweiz natürlich vor bis er bedauerlicherweise ausgerottet wurde. Die heute vorhanden Biber sind auf die Aussetzung in der Zeit von 1956 bis 1977 zurückzuführen. Wenn wir also den Biber in unserer Natur wollen, so sind daher die Kreise, die diese Aussetzungen durchgeführt und die Behörden, die damals die Bewilligungen erteilt haben, bei der Schadensfrage mit in die Verantwortung zu nehmen. In verschiedenen Kantonen werden Biberschäden aus den Jagdkassen finanziert, was dazu führt, dass mehrheitlich Jäger diese mitfinanzieren, was bei einer geschützten Wildart eigentlich unverständlich ist. Entsprechend vertritt JagdSchweiz die Auffassung, dass Kosten welche durch Biber verursacht werden, sowohl direkte Schäden als auch für die Prävention zur Schadenvermeidung und ganz besonders für die Umgestaltung der Landschaft im Rahmen von Revitalisierungen von Gewässern, voll und ganz vom Bund resp. aus den Mitteln des Naturschutzes zu finanzieren sind.

Der vorliegende Entwurf zum Konzept Biber gibt viele gute Anleitungen im Umgang mit dieser Art. Allerdings müsste aus unserer Sicht das Konzept besser auf die Zukunft, d.h. die zu erwartenden erhöhten Konflikte ausgerichtet werden. Der Entwurf für das Konzept Biber ist zu stark auf den Schutz der Biber fokussiert. Der Schadensverhinderung muss mehr Gewicht eingeräumt werden. Während rund 20 Jahren sind in der Schweiz Biber ausgesetzt worden. Diese Tiere konnten sich an sehr gut für sie geeigneten Stellen etablieren und haben kaum Konflikte verursacht. In den anschliessenden 20 bis 30 Jahren breiteten sich die Biber in die Lebensräume aus, wo sie auch noch gute Bedingungen fanden und es nur begrenzt zu Problemen kam. Diese Phasen sind nun aber abgeschlossen. Die Biber finden keine neuen optimal für sie geeigneten Biotope mehr. Die Konflikte nehmen stetig zu und damit werden Interventionen unumgänglich. Damit das Konzept Biber etwas nützt, müssen Szenarien mit den zu ergreifenden Massnahmen dargestellt werden. Biber-Freihaltezonen dürfen dabei nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Die Anpassung / Änderung des Schutzstatus des Bibers sollte im Konzept vorgesehen und aufgezeigt werden.

Die Schadensabwehr und Prävention kann nicht alleinige Aufgabe und Aufwand der Grundeigentümer oder Bewirtschafter sein. Mit der Verordnung zur Regulierung von Steinbockbeständen wurde eine gute Lösung gefunden, eine geschützte Wildart sinnvoll zu bewirtschaften. JagdSchweiz schlägt entsprechend vor analog eine Verordnung für den Biber zu schaffen um eine mögliche Regulation bei gesunden Beständen ins Auge zu fassen.

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