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Stellungnahmen

Stellungnahme Revision neues Lebensmittelgesetz

Sehr geehrte Damen und Herren

Wir bedanken uns für die Gelegenheit zum vorliegenden Entwurf vom 22. Juni 2015 über die Revision des Verordnungsrechts zum neuen Lebensmittelgesetz (Projekt Largo) Stellung nehmen zu können.

Allgemeine Bemerkungen
Durch die Revision der Lebensmittelgesetzgebung kommt es zu einer Anpassung der Schweizerischen Gesetze an diejenigen der Europäischen Union, was für die Schweiz die Teilnahme an Europäischen Überwachungsprogrammen ermöglicht (RASFF, RAPEX). Dies generiert der Lebensmittelindustrie und den Behörden Vorteile, für den Bereich Wildbrethygiene aber unnötige Hürden bei der Jagdausübung durch die Jagdberechtigten, sowie grösserer finanzieller und personeller Aufwand beim Vollzug der neuen Bestimmungen durch die Jagd- und die Veterinärbehörden.

Grundsätzlich muss festgehalten werden, dass die Jagd sich von der übrigen Fleischproduktion unterscheidet, und daher die Hygienemassnahmen nicht direkt vergleichbar sind. Ausserdem besteht kein dringlicher Handlungsbedarf, da in den letzten Jahrzehnten keine relevanten Fälle von Fleischverunreinigungen und gesundheitlichen Probleme durch den Verkauf von Wildfleisch aus Schweizer Jagd bzw. in der Schweiz aufgetreten sind.

Bei der Revision ist insbesondere darauf zu achten, dass vorallem im Bereich der Gebirgsjagd zwischen dem Erlegen und Verbringen des Wildes in einen Kühlraum oft mehrere Stunden liegen können. Was aus wildbrethygienischer Sicht unproblematisch ist, da die entsprechenden Aussentemperaturen im Herbst eine Auskühlung des Wildkörpers sichern.

Wichtigstes Ziel der Verordnungsrevisionen im Jagdbereich muss deshalb die Hochhaltung oder allenfalls eine sinnvolle Verbesserung der bereits bestehenden Wildbrethygiene sein. Ob die zur Vernehmlassung stehenden Neuerungen wirklich zu einer Verbesserung führen, hängt ganz wesentlich von der zugestandenen Kompetenz der Jägerinnen und Jäger ab. Diese Kompetenz muss im Wesentlichen schon heute in der Jagdausbildung erworben werden, und kann durch Weiterbildung gestärkt werden. Dabei ist aber zwingend, dass der verantwortungsvolle und fachgerechte Umgang mit Wildbret auch in der Kompetenz des Jägers/der Jägerin bleibt. Nur so kann eine rasche fachgerechte Bergung und Versorgung des Wildbrets nach den gültigen Gesetzlichen Vorschriften erfolgen. Zusätzliche Kontrollen durch den Kantonstierarzt oder gar mikrobiologische Fleischuntersuchungen sind nur nach Feststellen von Abweichungen des Normalzustands durch den ausgebildeten Jäger vorzuschreiben. Auch die Anforderungen an die neu definierten Wildbearbeitungsbetriebe müssen geklärt, und den speziellen Bedingungen der Jagd angepasst werden: Die Wildbretproduktion muss auch in Zukunft durch eine Jagdgesellschaft oder einen Jäger in einem einfachen “Schlachthaus” unter Einhaltung der Fleischhygienischen Massnahmen möglich sein. Zusätzliche bauliche Massnahmen sind aus unserer Sicht nicht gerechtfertigt, kann doch die geforderte räumliche Trennung einzelner Schritte auch zeitlich erfolgen. Ausserdem muss in den Verordnungen geklärt werden, wann welcher Betrieb als Wildbearbeitungsbetrieb gilt, wie die Betriebsbewilligung geregelt wird, wann Wild wie verarbeitet werden kann und wer die Fleischkontrolle vornehmen darf. Nach unserer Auffassung sollte der entsprechend ausgebildete Jäger die Kontrolle im Wildbearbeitungsbetrieb selber vornehmen können.

Besten Dank für die Berücksichtigung unserer Anliegen.

Freundliche Grüsse

JagdSchweiz
David Clavadetscher
Geschäftsführer

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