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Aktuell

Empfehlungen zur Standortevaluation von neuen Modellflugplätzen


Für das Erstellen und den Betrieb eines Modellflugplatzes braucht es eine Baubewilligung, welche in der Regel als Ausnahmebewilligung für standortgebundene Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen erteilt wird. Im entsprechenden Baubewilligungsverfahren werden mögliche Nutzungskonflikte vorab geprüft, gewichtet und gegeneinander abgewogen. Das Vorgehen gemäss den vorliegenden Empfehlungen ermöglicht es, solche Konflikte bereits vor der Baueingabe zu erkennen und möglicherweise ein zeitraubendes Einspracheverfahren zu vermeiden oder erheblich zu verkürzen. Die vorliegenden Empfehlungen richten sich also nicht nur an die Baugesuchsteller, in der Regel Modellflugvereine, sondern auch an die Bewilligungsbehörden und an die Interessensvertreter des Natur- und Landschaftsschutzes, des Natur- und Vogelschutzes, des Säugetierschutzes und der Jagd.
Innerhalb von rechtskräftig ausgeschiedenen Naturschutzgebieten (bei Moorgebieten inklusive einer angemessenen Pufferzone) oder auch rechtsverbindlichen Wildruhezonen kann ein Modellflugplatz in der Regel nicht bewilligt werden (die nötige Baubewilligung kann hier nicht erteilt werden). Dies kann auch in speziellen Landschaftsschutzgebieten der Fall sein. Details hierzu gibt es im Beitrag 1 «Empfehlungen in Bezug auf Natur- und Landschaftsschutzgebiete ».

 

Zwischen den Interessen des Modellfluges und dem Naturschutz kann es aber auch zu Konflikten kommen, wenn der Modellflugplatz ausserhalb von Schutzgebieten liegt. Empfindliche Tierarten können durch den Modellflugbetrieb gestört werden. Das kann so weit führen, dass sich die betroffenen Arten nicht mehr erfolgreich fortpflanzen können oder an sich geeignete Lebensräume von diesen Arten verlassen werden. Durch die Anwesenheit von Menschen auf Modellflugplätzen oder aufgrund eines veränderten Verhaltens der Tiere könnte sodann auch die Jagd erschwert werden.

 

Um solche Konflikte zwischen Modellflug und störungsempfindlichen Vogelarten im Voraus zu entschärfen, wurde 2007 eine erste Empfehlung von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Modellflugverband SMV und in Absprache mit dem Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLifeSchweiz erarbeitet. Sie ist in aktualisierter Form als Beitrag 2 in die vorliegenden Empfehlungen übernommen worden.

 

2013 wurden diese Empfehlungen auf die Bereiche Säugetierschutz, Jagd und Landschaftsschutz ausgedehnt und im Bereich Naturschutz konkretisiert. Zuständig hierfür ist eine Arbeitsgruppe folgender Organisationen: Jagd- und Fischereiverwalterkonferenz der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein, JagdSchweiz, Pro Natura, Schweizerischer Modellflugverband (SMV). Die Konferenz der Beauftragten für Natur- und Landschaftsschutz (KBNL) beteiligte sich auf dem Korrespondenzweg an diesem Prozess. Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz und die Schweizerische Vogelwarte Sempach nahmen in begleitender Funktion an Beratungen und Korrespondenz der Arbeitsgruppe teil.

 

Bei der Evaluation eines bzw. mehrerer geeigneten(r) Standorte(s) für einen Modellflugplatz empfiehlt es sich gleich zu Beginn, den Kontakt zu den lokalen Vertretern des Natur- und Vogelschutzes und der Jagd aufzunehmen, zumal die entsprechenden kantonalen Organisationen im kantonalen Baubewilligungsverfahren einsprache- und beschwerdelegitimiert sind. Damit kann insbesondere vermieden werden, dass viel Zeit und Energie für die Evaluation eines aus naturschützerischer Sicht von vornherein ungeeigneten Standortes aufgewendet wird, der alleine schon wegen überwiegenden gesetzlichen Vorgaben des Naturschutzes nicht bewilligungsfähig ist.

 

Wir empfehlen, dass lokale Naturschützer und Jäger mit dem betreffenden Modellflugverein die Standortevaluation von Anfang an diskutieren. Damit wird nicht nur das Verfahren beschleunigt, sondern auch die Grundlage für gute Lösungen geschaffen, wozu auch die vorliegenden Empfehlungen dienen.

 

Erhalten dagegen Naturschutz- oder Jagdorganisationen erst mit der Publikation des Baugesuchs Kenntnis von Projekt und Baubewilligungsverfahren, so sind die entsprechenden Organisationen in der Regel schon aus formaljuristischen Gründen zu einer förmlichen Einsprache gezwungen um damit überhaupt Zugang zum Baubewilligungsverfahren und zum Entscheidungsprozess zu erhalten.

 

Download

Empfehlungen zur Standortevaluation von neuen Modellflugplätzen in Bezug auf Natur- und Landschaftsschutz, Natur- und Vogelschutz, Säugetierschutz und Jagd (PDF)

 

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