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Aktuell

51. Internationale Jagdkonferenz in Gargellen (A)

Diplomingenieur Heinz Gach, Landesjägermeister (LJM) der Steiermark und Präsident der Internationalen Jagdkonferenz, und LJM Dr. Ernst Albrich, Vorarlberg, konnten zur Eröffnung der Tagung nicht nur die Referenten der Tagung sowie die Vertreter der einzelnen Mitgliedsstaaten, sondern auch Landesrat Ing. Erich Schwärzler, Vize-Bürgermeister Thomas Lerch sowie den Präsidenten der FACE Baron Gilbert de Turkheim (Zusammenschluss der Verbände für Jagd und Wildtiererhaltung in der EU), begrüßen. Unter den Klängen der Rätikon Alphornbläser und umgeben vom Panorama der Gargellner Bergwelt wurden Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht.

Dr. Werner Beutelmeyer vom market Institut Linz sprach zur Zukunft der Jagd in einer oberflächlichen Misstrauensgesellschaft.
 
Nach Einschätzung des Referenten, die er durch Resultate von Untersuchungen belegte, nimmt die Wertschätzung der Natur zwar zu, gleichzeitig ist aber auch eine zunehmende Oberflächlichkeit im Umgang mit der Natur festzustellen. Das Naturverständnis geht zurück und der Natur-Egoismus unter dem Motto „die Natur gehört mir“ wird immer ausgeprägter. Der Referent fordert eine Fortsetzung der Arbeit mit der Jungend und den Kindern. Die Information in den Schulen ist zu standardisieren und gemeinsam flächendeckend, verpflichtend weiter zu führen. Aber auch innerhalb der Jägerschaft ist noch viel Arbeit zu leisten. Wer meint alles zu wissen und alles gelernt zu haben, leistet der Jagd oft einen schlechten Dienst. In der Öffentlichkeitsarbeit müssen die Jäger einfach und verständlich, aber auch emotional sein. Die Jagd soll auch als emotionales Thema Teil unserer Gesellschaft bleiben.
 
Als Fachmann mit grösser beruflicher Erfahrung sprach Dr. Florian Krenkel (CEO Ogilvy Group Austria) zum Thema „Social Media für Jagd & Forst“.
 
Zu Beginn seines Referates plädierte Dr. Krenkel generell für mehr Emotionen in der Kommunikation. Nach seinen Erfahrungen wird immer versucht, alles rational zu erklären. Dabei sollten wir viel mehr auf der emotionalen Ebene kommunizieren. Denn die Menschen die wir ansprechen, reagieren auch emotional. Statt lange zu erklären was die Jagd alles bewirkt und nützt, dürfen und sollen wir ehrlich dazu stehen, dass wir jagen, weil wir gerne jagen gehen. Das ist Lust und jagen gefällt uns. Wir müssen auf der emotionalen Ebene kommunizieren. Stimmungen sind Emotion, die sind nie rational!
 
Bei Social Media geht es um Menschen und Beziehungen, es geht um Emotionen. Sie sind eine Quelle neuer Kreativität, Werkzeuge und Möglichkeiten und dies gilt weltweit. Wem glaube ich als Konsument mehr, einem Verkäufer aus dem Geschäft oder meinen Freunden im Netz, die mir dazu raten und die Erfahrungen mit dem Angebot gemacht haben. Das sind Emotionen und das ist die Gesellschaft, in der wir uns heute bewegen.
 
Millionen von Webseiten und Kurzfilmen sind auf Facebook, YouTube, Twitter und anderen mehr verfügbar. Vier von fünf Usern (Benutzer) connecten (verbinden) sich auf Social Media gerne mit Marken und Organisationen, jeder Vierte überprüft sein Konto jeden Tag fünfmal oder mehr und jeder Vierte kümmert sich nicht um seine Privatsphäre im Netz. Wäre Facebook ein Land, wäre es mit seinen Usern nach der Bevölkerungszahl das drittgrößte der Erde – größer als die USA!
 
Social Media steigert Sichtbarkeit und Bekanntheitsgrad, bildet Image, gibt Feedback, ermöglicht den Dialog und beeinflusst das Vertrauen positiv und/oder negativ!
 
Vivienne Klimke, Redaktion Süd von Wild & Hund erläuterte unter dem Titel „Jagd goes multimedia – Weidwerken im web“ neue Nutzungsmöglichkeiten im Internet.
 
In den letzten Jahren veränderte sich das Internet von einer reinen Informationsplattform zu einer im Dialog produktiv nutzbaren Plattform. Jeder Nutzer hat die Möglichkeit, sich einzubringen. So können auch einzelne Jäger ihre Erlebnisse, Erfahrungen und Beurteilungen öffentlich machen. Dabei fallen alle Kontrollinstanzen weg, wie dies zum Beispiel bei Printmedien durch die Redaktion sichergestellt wird. Frau Klimke stellte zudem verschiedene Möglichkeiten die im Internet verfügbar sind vor, wie das Forum von Wild und Hund und den Jagd Blog (das etwas andere Jagdtagebuch).
 
Best Practice Beispiele
 
Weiter wurden zwei Beispiele aus der Jagdpraxis vorgestellt, die Software „Revierwelt mit Revier-App für Smartphone“ von Wild und Hund und das interaktive Internetportal der Vorarlberger Jägerschaft. Am Festabend und auf der Exkursion ins Vergalda wurden die Gespräche intensiv weiter geführt und die Freundschaften vertieft. Die 51. Internationale Jagdkonferenz war einmal mehr eine interessante und lehrreiche Begegnung zwischen den Jagdverbänden des deutschsprachigen Europas.
 
Schlusserklärung der 51. Internationalen Jagdkonferenz
 
„Im Zeitalter neuer Technologien und sozialer Netzwerke stellen Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit eine große Herausforderung dar. Sie können aber auch zur Chance werden. Aus dieser Erkenntnis heraus widmete die 51. Internationale Jagdkonferenz ihre Tagung, die vom 20. bis 22. Juni 2013 auf Einladung der Vorarlberger Jägerschaft in Gargellen stattfand, dem Thema „Jagd zwischen Hirschruf und Twitter“.
 
In den einzelnen Fachreferaten wurden wichtige Erkenntnisse vermittelt. Prof. Dr. Werner Beutelmeyer vom market Institut Linz berichtete von seinen Umfragen über die Erwartungen zur jagdlichen Betätigung in der Zukunft. Er wies darauf hin, dass die kommende Generation veränderte Vorstellungen vom Jagen hat. Während die Freude an der Natur überall zunimmt, verringern sich das Wissen über die Natur und die Bereitschaft, sich dort langfristig zu engagieren. Jagd als gesellschaftlicher Auftrag wird verstärkt als Freizeitbetätigung gesehen. Aus jagdlicher Leidenschaft und Tradition wird bloßes Erleben.
 
Dr. Florian Krenkel (Ogilvy Group Austria) informierte mit beeindruckenden Zahlen über die Bedeutung der „social media” und die gewaltige Informationsmenge, die zur Verfügung steht und in der Jagd, Wild und Jäger zurzeit nur eine nachrangige Bedeutung haben. Hier gilt es, die technischen Möglichkeiten zu nutzen, um die Aufgaben und Interessen der Jagd auf emotionaler Ebene professionell zu kommunizieren.
 
Vivienne Klimke, eine freie Jagd-Journalistin, stellte die unzureichende Präsenz der Jagd und der Jagdverbände in den sozialen Medien dar und empfahl dringend, die vielfältigen Möglichkeiten auch einzusetzen.
 
Ein überzeugendes Beispiel aus der Praxis mit beeindruckenden Zugriffsstatistiken stellte Mag. (FH) Stephan Hohn mit dem „Vorarlberger Jagdportal” vor. Hier ist in Zusammenarbeit von Fachleuten und engagierten Jägern mit voller Unterstützung der Verbandsverantwortlichen Richtungweisendes entstanden.
 
Nach eingehender Diskussion der Referate kamen die Teilnehmer der einzelnen Jagdverbände aus Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg, Niederrhein, Österreich, der Schweiz und Südtirol zu folgenden Erkenntnissen und Feststellungen:
 

Die IJK fordert ihre Mitgliedsverbände auf, verstärkt die Möglichkeiten der neuen Medien – eventuell sogar gemeinsam oder in enger Absprache, auch mit den Partnern des ländlichen Raumes – zu nutzen und Jagdportale auch auf europäischer Ebene einzurichten und aktiv zu betreuen. Damit können die Bedeutung und Wirkung der Jagd für die Gesellschaft herausgestellt werden. Gleichzeitig müssen Jagdkultur und Tradition gelebt und weiter entwickelt sowie die Kommunikation untereinander verstärkt werden, um die hohe Emotionalität der Jagd für Jäger und Nichtjäger deutlich zu machen und zu erhalten.“

Gargellen, am 21. Juni 2013
 
Impressionen der Internationalen Jagdkonferenz 2013

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